Wie erkenne ich nachhaltige Möbel?

Einleitung

Am 5. Mai 2021, war in Deutschland der Earth Overshoot Day (zu Deutsch: Erdüberlastungstag). Es erinnert uns jedes Jahr daran, dass wir ab diesem Tag mehr Ressourcen verbrauchen als nachwachsen können. Während das Angebot an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen stetig steigt, fragen sich viele Konsumenten wie sie Ihren ökologischen Fußabdruck messen und schließlich verbessern können.

Wie kann man die individuelle Nachhaltigkeit messen?

Es gibt verschiedene Ansätze die Nachhaltigkeit von Individuen zu messen. Dabei handelt es sich immer um eine Annäherung und die Ansätze sind keineswegs der Weisheit‘ s letzter Schluss. Ein sehr bekannter Indikator ist der ökologische Fußabdruck. Er besagt wieviel Fläche Hektar beispielsweise eine Person oder ein Haushalt benötigen und zeigt an, wie viel Fläche benötigt wird, um hierfür nachwachsende Ressourcen wie Holz, Nahrungsmittel oder Wasser anzubauen. Andererseits berücksichtigt er die Fläche, die es Bedarf, um den Abfall eines Menschen zu entsorgen oder CO2 zu kompensieren. Der durchschnittliche ökologische Fußabdruck in Deutschland beträgt ungefähr fünf globale Hektar. Dies bedeutet, dass wir im Durchschnitt rund drei Erden benötigen. Um wirklich nachhaltig zu leben und sicherzustellen, dass auch künftige Generationen nutzbare Ressourcen haben, müsste der nachhaltige ökologische Fußabdruck bei 1,63 globalen Hektar pro Person liegen. Bei Interesse können Sie Ihren ökologischen Fußabdruck hier errechnen: www.footprint-deutschland.de (BUNDjugend)

Welche Rolle spielt dabei das Wohnen?

Zu den Faktoren zur Messung des globalen Fußabdrucks gehören neben Ernährung, Konsum und Mobilität auch das Wohnen. Am gesamten ökologischen Fußabdruck eines Deutschen macht Wohnen etwa 25% aus und ist somit nach der Ernährung (35%) der zweithöchste Anteil. Hiervon entfällt ein großer Teil auf das Heizen und den Stromverbrauch, aber auch der Kauf von nachhaltiger Inneneinrichtung und das korrekte Recycling schlägt hier zu buche.

Wie erkenne ich nachhaltige Möbel?

Nachhaltige Möbel zeichnen sich vor allem durch eine hohe Wertigkeit von Materialien und Verarbeitung aus und sind somit langlebig und stabil. Die Produzenten verwenden ausschließlich natürliche Rohstoffe, die unter verantwortungsvollen Umwelt- und Sozialbedingungen verarbeitet wurden.

Wenn ich Möbel vor dem Kauf auf Nachhaltigkeit prüfen möchte, kann ich insbesondere folgende Punkte prüfen:

  • Brauche ich das Möbelstück neu oder kann ich es auch gebraucht kaufen?
  • Ist das Möbelstück besonders stabil und langlebig? Kann das Material gut restauriert werden?
  • Riecht es angenehm und frei von Chemie?
  • Kann man das Möbelstück einfach auseinanderbauen, falls ich einmal umziehe?
  • Wurde das Möbelstück unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt?
  • Sind die Lieferwege kurz?
  • Stammt das Holz aus heimischen oder zumindest europäischen Wäldern?

Die meisten Möbel werden anteilig aus Holz hergestellt. Holz ist insofern gut für die Umwelt, dass es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt und bei der Verarbeitung weniger Energie benötigt. Zudem kann Holz wiederaufbereitet / restauriert werden. Wichtig ist darauf zu achten, wo das Holz herkommt. Europäische Hölzer wie bspw. Kiefer, Eiche oder Buche sind meist ökologischer. Achtung bei Plantagenholz oder Tropenholz wie z.B. Teak oder Mahagoni.

Bei Polstermöbeln kann man auf die Abriebfestigkeit des Stoffes achten. Dieser wird in Scheuerzyklen gemessen, welche Hersteller teilweise angeben. Hier wird ein Wert von 20.000 Scheuerzyklen empfohlen.

Wie kann ich meine Möbel und Inneneinrichtungsgegenstände recyclen?

Viele Materialien wie bspw. Holz, vor allem Massivholz, kann wunderbar restauriert werden. Entweder man holt sich selbst online Tipps oder man kann das Lieblingsstück zu einer Schreinerei des Vertrauens bringen. Sofern man das Möbelstück nicht selbst behalten möchte, stehen eine Vielzahl von Second Hand Möbel Plattformen zur Verfügung. So kann das Möbelstück noch im zuhause eines/ einer anderen glänzen.

Wie kann ich meine Wohn-Ökobilanz weiter optimieren?

Ein sehr großer Anteil der Wohn-Ökobilanz entfällt auf den Heizungs- und Stromverbrauch. Der Heizungs- und Stromverbrauch ist maßgeblich von der Wohnfläche abhängig. Zudem gibt es ein paar weiter Tipps um den Verbrauch zu optimieren:

Optimierung des Stromverbrauchs:

  • Investition in Energiespargeräte
  • Abschalten von Stand-By-Geräten
  • Integration von Abschaltautomatiken bei der Beleuchtung und Einsatz von LED-Lampen
  • Regelmäßiges Abtauen von Kühl- und Gefrierschränken
  • Ausschließliches Waschen von vollen Waschmaschinen
  • Energieeffizienter Einsatz des Herds (korrekte Topfgröße, korrekte Abschaltung, ..)

Optimierung des Heizungsverbrauchs:

  • Nutzung eines Thermostats zur Temperaturregulierung
  • Regelmäßige entlüften
  • Heizungsanlage richtig einstellen
  • Heizkörper freihalten
  • Bei Abwesenheit Heizung runter oder aus schalten
  • Auf gute Dämmung der Heizungsrohre und Heizungskörpernischen achten
  • Fenster und Türen abdichten
  • Rollladenkästen dämmen
  • Stoßlüften statt Kipplüften

Zudem gibt es ein paar wichtige Siegel die als Indikator für Nachhaltigkeit gelten wie bspw. Blauer Engel, Goldenes M, FSC, PEFC, Naturland, SA8000, BSCI, GOTS, Standard, OEKO-TEX, Grüner Knopf.

Quellen: SWR, GermanWatch.de, Heizsparer.de, Verbaucherzentrale.de, Unternehmenswebseiten der Institute

NachhaltigkeitZertifizierungen

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